Tag eins

17. Juli 2008

…meiner hoffentlich fabulösen und erfolgreichen Selbsterfahrung als Bloggerin im WWW.

 

Noch ist das Dings hier „under construction“ und so, wie ich mich kenne, wird das auch noch eine Weile so sein. Macht aber nix, denn der geneigte Blog-Konsument wird schnell vergessen, wie langweilig es hier im Augenblick noch ausschaut und sicher bald aus Versehen wieder hier landen.

Aussage des Tages von glitzerdrachen: ardua prima via est 

In diesem Sinne-Eure Drachin! ;O)

  ooooooops, das war 2008 und jetzt haben wir 2009 und ich weigere mich einfach rot zu werden, weil ich immer noch nicht wirklich weiß, was CSS nun eigentlich ist und schlimmer: WAS ES KANN.
 
Mich trifft keine Schuld, ich bin Opfer meiner Gene,in denen eines ganz fest, fett und unterstrichen geschrieben steht: Technik ist nicht dazu da, um sich zwecks besseren Verständnisses derselben Warzen am Arsch anzusitzen- Technik hat einfach zu funktionieren. Ein Knöpfchen hier und da gedrückt…. und fertig sollte der Masterblock sein.
 
Bei Beschwerden über Aufmachung und Style wenden Sie sich bitte an meinen zuständigen Admin
  
- der ist allerdings im Urlaub und antwortet am liebsten mit einer Gegenfrage: Samma, werd’ ich dafür bezahlt oder was????
Ja, wirst Du mein Lieber- und zwar in Naturalien…*zähneknirsch*
 
Meine Ignoranz ist geradezu legendär, die modernen Kommunikationsmedien betreffend. Das fängt bei Mobiltelefonen und deren Funktionsweisen an und endet recht unrühmlich bei meinen Versuchen, diesen Blog als Wetzstein für meine scharfe Zunge zu nutzen- das einzige Werkzeug, das bekanntermaßen durch steten Gebrauch noch schärfer wird.
Ich kann im Allgemeinen ganz gut damit leben, Dinge nicht zu wissen oder zu können- die kluge Drachendame von Welt legt sich einfach diverse Erfüllungsgehilfen zu, die die entsprechenden Dienstleistungen quasi mit schlafwandlerischer Fähigkeit vornehmen können, so dass ich in der komfortablen Situation bin, dann einfach nur für Inhalte sogen zu müssen. Ich mach das mal an einem ganz typischen Beispiel fest:
Der Hofeigene Möbelschleppsklave ( vorzugsweise männlich ,gutaussehend, arbeitswillig, ohne nennenswerte Bandscheibenproblematik und notorisch unfähig, das Wörtchen „Nein“ oder Phrasen „ Iss jetzt grad schlecht“ in meiner Gegenwart in den Mund zu nehmen) fährt brav mit mir ins einschlägig bekannte Möbelhaus, lädt den ausgesuchten SchuhWANDschrank in meine Behausung und während er bei einer von mir eigens für ihn zubreiteten Tasse Kaffe nebst Leberwurststulle das Ding professioneller aufbaut als die Rudelmonteure von Portas- gehe ich fein in die City und erlege diverses, schon längst dringend benötigtes Schuhwerk.
In der besten aller Welten ist der Aufbau justamente im Augenblick meiner Rückkehr beendet und das Hammerschwingmännchen geradezu rührend darum besorgt, mich nicht zu schwer heben zu lassen- und trägt mir auch noch die Einkaufstaschen hoch in den dritten Stock. Das ist dann die genaue Befolgung des evolutionären Masterplans, der da besagt: Emanzipation ist, wenn Frau zwar alles kann, aber nicht tun muss.
In diesem speziellen Zusammenhang muss ich aber können wollen, denn ich habe keine Lust, bei jedem Änderungswunsch hinsichtlich dieses digitalen Glossensammelsuriums Leberwurststullen zu schmieren. Und zur Alternative ( hat durchaus auch was mit Fleisch im weiteren Sinne zu tun) habe ich zwar grundsätzlich Lust, aber nicht immer gerade dann wenn mir gerade eine saugeile Idee im Kopf herum schwirrt, wie ich das neueste Objekt meiner Gedankengänge stylisch aufgepeppt im I-net präsentieren möchte.
Aber es gibt Hoffnung, bei einer meiner regelmäßigen Tummeltouren durch die Web-Site eines einschlägig bekannten Buchdealers, der mit a anfängt und mit mazon aufhört entdeckte ich „ WordPress for Dummies“- was ich natürlich sofort bestellt habe. Also beleibt abzuwarten, wie ich dieses Werk, aus dessen Reihe ich schon diverse Anleitungen zum Glücklichsein besitze, nutzen kann, um mich hier etwas autarker zu tummeln als bis dato.
  
Ich bitte an dieser Stelle, mir eine gewisse Experimentierlust nach zu sehen und zu verinnerlichen, dass literarische Produktivität und der Ausbleiben durchaus im Zusammenhang mit dem Konsum von Fachbüchern zum Thema Blog-Tuning und CSS-Layouts zu sehen ist.
Ich halte es aufgrund der Tatsache, dass ich zwar das Outfit ummodeln und diverse Rechtschreibfehler korrigieren, aber keineswegs auf meine alten Texte aus dem Jahr 2008 verzichten möchte für wichtig darauf hinzuweisen, dass einige Texte doppelte Daten haben: Das eigentliche Erstellungsdatum und dann das des Release….hach kinners, wenn ich so Anglizismen benutzen tu, da fühlt man sich gleich viiiiiel kulitvierter…….woll?
  
difficile est satiram non scribere
  
In diesem Sinne
Eure Reality-Drachin

 

 

September 25, 2008

Nein, bei mir ist es anders. War es schon immer. Leider war das aber nicht immer ein gutes Zeichen, dass bei mir die Dinge anders laufen als bei anderen Frauen. So zu Beispiel die Sache mit dem Quantensprung. Woran merken meine Geschlechtsgenossinen, dass wieder irgendein Paradigmenwechsel im Raum-Zeit-Kontinuum stattgefunden hat?  Entweder weist sie ihr schwuler Friseur, nennen wir ihn Paul, darauf hin. Etwa in dem Tenor: „Liebelein, Du weißt aber schon, dass schokobraun das neue blauschwarz ist gell? Und wenn ich Dir die neue Anti-Aging-Haarkur ausgespült habe, dann machen wir noch was mit Deinem Make-Up, ja? Weil: Pure-Look war gestern, heute ist Diva!“

Das passiert mir jetzt eher selten. Erstens ist mein Friseur weder ein Paul noch schwul. Er ist seit zehn Jahren verheiratet und hat dementprechend einen guten Instinkt für Tarnkappenzicken wie ich es eine bin und hütet sich ergo, sich durch noch so subtile Kritik irgendwelchen Kauleistensanierungsmaßnahmen auszusetzen- die meisten zahnärztlichen Leistungen überschreiten ganz einfach die Verdienstmöglicheiten von angestellten Friseumeistern. Mein Paul heißt Günther, und nachdem ich ihm weiland unter bedrohlichem Augenbrauenhochgeziehe vermittelt hatte, dass ich erstens überzeugte Kunstblondine und zweitens gar nicht scharf auf seinen (Schmink!!-)Pinsel in meinem Gesicht sei, sind wir die besten Freunde. Natürlich hält er mich über die neuesten Trends auf dem Laufenden, natürlich nicht, ohne mir am Ende dieser „Pinkfarbenes Lipgloss kann natürlich nicht jede tragen aber diesen Sommer ist das echt DER Renner, gerade zu lichtblonden Extensions”-Monologe (hier erfolgt dann meist ein bedauernder Blick auf meinen kurz geschorenen Blondschopf Marke Eigenbau, den ich etwa alle vier Monate zwecks Korrektur diverser Scherenentgleisungen meinerseits in Günthers vertrauenswürdige Hände gebe) zu versichern „ Aber Du hast ja sowieso Deinen ganz individuellen Stil, da brauchst Du Dir keine Gedanken drüber zu machen“ Ich knurre dann meistens nur unterdrückt, bin ich mir ja durchaus bewusst, dass eine solche Äußerung gar nicht so sehr auf meinen treffsicheren Geschmack abzielt sondern eher auf meine fast schon faschistische Neigung, immer genau ENTGEGEN den neuestens Trends herum zu laufen. Das ist aber wirklich eher Zufall und ich frage mich mittlerweile, ob sich da mein RAF-Alter- Ego aus dem Unterbewusstsein an die Oberfläche pellt- und wie lange es dauern wird, bis ich die einschlägigen Mittelchen gegen derlei Schizophrenie verschrieben oder einen längeren stationären Aufenthalt empfohlen bekomme. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich erkenne also nicht am Vorbeischreiten sämtlicher Couture-Trends, dass sich die Zeiten ändern. Auch in anderen Lebensbereichen leiste ich mir eine derart ausgeprägte Ignoranz, dass ich die klitzekleinen Schritte bis hin zur großen Innovation, die das allgemeine Alltagsleben so schnell und vergänglich machen gar nicht mit bekomme, ich mich noch in steinzeitlicher Unverdorbenheit aale und urplötzlich kommt der Quantensprung in Form der Erkenntnis, dass es Instant-Couscous gibt. Kein Vorwaschen, Nachgaren und Wiedererwärmen. NEIN! Krümmel in ne Schüssel, heißes Wasser drüber und fertisch! Mir als notorischem Zeitjäger kommen derlei fleißige Hausarbeitserleichterungen dann immer wie ein Durchbruch in der Entwicklung der Menschheitsgeschichte vor: Weg vom entnervten stundenlangen Rumgekoche für ein Date an dessen Ende dann hoffentlich wenigstens der Kaffe gut war, hin zum entspannten Instant-Exotic-Menü, dass den Lover zu Liebestantra-Marathonleistungen anspornt, ohne dass es mich in der Vorbereitung mehr als ein müdes Arschrunzeln gekostet hätte. Passiert mir also solch eine den Weltfrieden in erreichbare Nähe bringende Entdeckung, kann ich mich meinem Temperament geschuldet dann auch kaum lassen vor Freude, hüpfe begeistert vor dem Supermarktregal auf und ab- in der Hand je eine Tüte Instant-Couscous und Instant-Mousse-au-Chocolat- und werde glatt von sonem Pseudo-Gourmetschnösel darauf hin gewiesen, dass das zwar ne enorme Arbeitserleichterung, geschmacklich und esskulturtechnisch aber voll daneben sei. Und bevor ich ihn dann darauf hinweisen kann, dass das Ziel meiner seltenen abendlichen Kochexerzitien keineswegs ein wohlig-satter Mann, sondern ein gnadenlos langer und schmutziger F*** ist (- und sollte das umgekehrt gelten, dann sind die zu Bewirtenden sich auch sicher, dass ich alles im Schweiße meines Angesichts selbst gejagt, gepflückt, gehackt, gerieben, mariniert, püriert, verziert und auf dem Tisch arrangiert habe, weil sie es mir Wert sind- was man bei einem potentiellen Liebhaber in den seltensten Fällen schon beim ersten gemeinsamen Abendessen in heimeliger Zweisamkeit weiß), zieht dieser Alles-Kochschlampen-ausser-Mutti-Klugscheißer auch schon in Richtung Feinkostabteilung ab, um sich Flusskrebsfleisch für seine Consommé zu besorgen- AUS DER DOSE!!!!!  Und wenn mir nicht so ein kleingeistiger Dickbauch die Freude an meinem privaten 1492 versaut, dann ist es garantiert so ein hochbegabter Erbgutträger mit Nickelbrille und Schlaghosen ( ich mein, wie viel Seventies-Style können die Post-Yuppie-Style-Modekrücken unserer Generation denn wirklich tragen, ohne auszusehen wie Goofy auf Extasy, hä? Wo sind denn die Koteletten, die bis zum Kinngrübchen wachsen, wo die Haare auf der Brust und wo die steroidmäßigen Hulkoberschenkel, die derlei Bekleidung einfach erfordert, um nicht sofort Brechreiz auszulösen???). Der guckt mich dann mitleidig an, bzw. in 90% der Fälle aufgrund meines beachtlichen Stockmaßes an mir hoch und weist mich freundlich-intellektuell zwinkernd darauf hin, dass es das aber schon mal mindestens seit 10 Jahren gibt- und ich sollte unbedingt die Instant-Tandoori-Chicken-Chutney-Haumichblau-paste dazu servieren. Ja gut, okay, vielleicht hat er ne kluge Mutti und sich Tips von der geholt. Dann ist er erstens lernfähig und zweitens Träger des Mutti-Söhnchenabzeichens. Oder er hat ne küchentechnisch versierte Freundin und mich demzufolge weder freundlich anzulächeln, noch sich bei dieser Gelegenheit mit meinen Zwillingen zu unterhalten, der olle Lustmolch.

Oder er ist selber durch Sachzwänge in Form von Kindern küchenversiert geworden, die er als allein erziehender Emanzipationsfetischist in die entsprechenden Erfahrungswerte umgemünzt und die unschuldigen Hascherln zu Versuchskaninchen seiner „Papa-kocht-euch-was-Monstershow“ gemacht hat- und damit per se uninteressant.

 

Der steht also vor mir, versaut mir die Lust am Objekt. Folge: Unbotmäßiger Zorn der sich darin äußert, dass ich mich zu voller Körperlänge aufbaue, den Quantensprung Quantensprung sein lasse, den Couscous zurück ins Regal schmettere und laut vernehmlich darauf hinweise, dass es nix, aber auch gar nix Besseres als das hand gemörsterte Couscous meiner ( nicht vorhandenen, aber wen  kümmerts?) arabischen Schwiegermutter gebe, zur Kasse stiefle- und beim Verlassen des Supermarkts schon mal vom Mobile aus Tom, Dieter oder Harry anrufe und mitteile, dass wir heute Abend dann doch gerne zum Italiener essen gehen könnten.

 

Ich bin dann immer noch meilenweit von gutem Sex entfernt, mich trennen Lichtjahre vom Weltfrieden und ne Pizza Veggetaria alla Antonio ist ungefähr so weit von nem Quantensprung entfernt wie ich davon, den Pulitzer-Preis mit meinen Lästereien zu gewinnen. Was aber die innere Teilchenphysik betrifft: Die stimmt wieder, nachdem ich meine Duftmarke gesetzt habe.

 

In diesem Sinne: Man muß keinen Instant-Couscous haben, um glücklich zu sein- es reicht schon wenn man weiß, dass es möglich ist*zwinker*

In diesem Sinne:  O quae mutatio rerum

 

Eure Glitzerdrachin

Juli 18, 2008

 

 

 

Seit acht Jahren wohne ich nun fußläufig zu einer Tanke. MEINER Tanke. Derlei Bedürfnisanstalten der besonderen Art haben einen hohen Identifikationsfaktor.

 

Nicht nur, dass ich in 10 Minuten zu Fuß in der Innenstadt, bei Aldi, Plus und Konsorten bin, nein, ich habe auch den Kippendealer und Toilettenprovider für Nach-Ladenschluß-Notfälle in unmittelbarer Nähe. Bei einem Stadtmenschen wie mir bedeutet in unmittelbarer Nähe: Umme Ecke.

 

Wahrscheinlich ist gerade die Tanke ursächlich dafür, dass in den letzten acht Jahren entgegen meiner bis da dahin gelebten Gewohnheit, mindestens alle zwei Jahre umzuziehen, nun dauerhaft sesshaft geworden bin. Die Infrastruktur hier im Bonner Süden ist einfach unvergleichlich. Nicht nur, dass sämtlich kulinarischen und alkoholausschänkenden, raucherclubgründenden ( SIC!) Höhepunkte der Bonner Gastro-Szene stets entweder mit ÖPNV, per Rad oder auch zu Fuß innerhalb von Minütchen zu erreichen sind (und umgekehrt ein angeheiterter Heimweg nicht gleich in horrenden Taxikosten gipfeln würde, würde ich denn saufen wie ein Loch)- nein! Alle zwei Straßen beginnt ein anderer Ortsteil mit eigener Einkaufsmeile inklusive Discounter in orange/blau, /blau/weiß oder gelb/rot, Öko-Freßtempel, Ernstings Family, Teeladen und Friseur. Wenn das mal nicht das Schlaraffenland für jemanden wie mich ist, der grundsätzlich beim Einkaufen immer was vergisst (weil mir gerade eben einfällt, wie ich nun die Haare geschnitten haben will, bevor ich in den Ökoladen latsche weil ich spontan noch frisch geschroteten Grünkern für meine Tofubratlinge brauche) oder eben um 12 Uhr Mitternacht Lust auf einen Riesenbecher Ben&Jerry’s hat- nur dass dieser in meinem Haushalt selten bevorratet in der Tiefkühltruhe schlummert. Alle täglichen und nächtlichen Begierden einer durchschnittlich Konsumversessenen werden hier aufs Feinste befriedigt- und für die Tage, an denen es etwas Besonderes sein soll steht ja noch der Fußmarsch in einer der Shopping-Freuden-Meilen in Bonn oder Bad Godesberg in Aussicht. So verlacht Bonn zu seiner Zeit als Provisorium war: Ich finds geil, dass hier wirklich alle Wege einfach nur kurz sind.

 

Und der zu besagter Tanke ist am allerkürzesten. Nun war es also gestern seit längerer Zeit mal wieder soweit: Keine Schoki mehr im Haus und nach 22 Uhr, will sagen: Selbst der ultra-progressive Rewe in Kessenich hatte nun zu. Also Moppencheck und ab umme Ecke. Doch was muss mein schon freudiger Erwartung eines „Phish Food“-lastigen Leseabends gerötetes Auge erkennen, als ich besagte Stammtanke betrete: Kein Ben&Jerry’s mehr im Angebot. Unglaublich. Nicht nur, dass die liebenswerte Schmuddeltanke zu einem stylischen Esso Snack’n Shop mutiert ist, aufgeräumt, Flutlichtdurchleuchtet und äußerst übersichtlich, was die Süßwarenauswahl betrifft ( früher hast Du hier alles von Curly-Wurly bis Zwieblis gefunden, fein voll gestopfte Warenregale mit allem, was der Fett-Kohlehydrat-Junkie nach Ladenschluss so brauchen kann und jetzt steht da ein einsames Regal voll mit vier Sorten von Bonns bekanntestem Gummizeug-Hersteller neben einer mageren Auswahl an Knabberartikeln), nee die haben auch noch DEN Renner schlechthin aus dem Sortiment entfernt- und zwar endgültig.

Meine enttäuschte Miene quittiert der sichtlich genervte Pächter ( die Tanke ist- nee: war  im gesamten Viertel als Ben&Jerry’s- Dealer bekannt und beliebt und ich bin ungefähr die dreitrilliardenste Kundin, die sich mit einem knappen „Scheiße“ zu dieser Neuerung äußert) mit seinen ganz persönlichen Ansichten zum Thema Franchise, Schlipsträgern mit ohne Ahnung von Tankstellenstammkundenbedürfnissen und mehreren Stoßseufzern weil „ Seit die Amis den Laden übernommen haben, dürfen wir hier drinnen noch nicht mal mehr rauchen“. Achwas. Mich bekümmert vielmehr die Frage: Wie bekomme ich nun fürderhin meinen Zuckerspiegel adäquat gehalten, wenn der heimische Kühlschrank mal wieder termitenmäßig leergefressen und nur noch Heimstatt von toten, aus dem Maul blutenden Mäusen ist? Während ich so meinen niedertriebigen Gedanken nachhänge und auch schon einer Abwanderung zur etwas weiter entfernte Konkurrenz nicht mehr so total abgeneigt bin ( war diese Tanke doch schon seit langem geschluckt und ihr Warensortimentadjustiert worden, wobei hier wenigstens die Ersatzdroge in Form von Hagen Dasz als essentieller Bestandteil des Eisangebotes erhalten blieb) findet mein vom Schicksal gebeuteltes Gegenüber nun  gleich ein Neues Thema (Klar, bei dem Scheiß-Sortiment beleiben die Kunden zum Quatschen aus, da muss man jede Chance nutzen):Apropos Schlipsträger, das wären ja sowieso alles Verbrecher und da könne man ja froh sein, wenn die einem nur die Eisbecher ausm Sortiment klauten, andere würden ja gleich ganze Profi-Rad-Teams vergiften ohne sich Gedanken zu machen, die weiter gingen als bis zur nächsten Dopingkontrolle.

Der geneigte Leser mag nun verständnislos die Stirn runzeln, mir ist dieser Themensprung jedoch als in Bonn lebende bekennende Radsportfanatikerin absolut eingängig :

 

Die Rede ist von den Doping-Skandalen bei der Tour der France. Ganz Bonn war zu Zeiten der Radrennfahrer im Zeichen des magentafarbenen T besessen von der Frage „hat „Ulle“ oder hat er nicht?“- und die Rede war nicht in erster Linie auf seinen legendären Puddingteilchenkonsum gerichtet. Und wenn „Ulle“ hätte, dann ja wohl nur deswegen, weil die bösen, bösen schlipstragenden magenta-Männchen Sponsorendruck aufgebaut hätten weil iss klar: Bei seinem Talent hat der „Ulle“ das eigentlich nicht nötig gehabt und der Armstrong aka „dieses testogelgedopte Arschloch“ hätte ohne seinen pharmazeutischen Trainingsplan eh keine Schnitte gegen „uns Ulle“ gehabt. Nur wollten dass die bösen, schlipstragenden magenta-Männchen mit ohne Ahnung von gar nix nicht einsehen und trieben den armen Mann in die Fänge des weniger schlipstragenden, dafür sonnenbebrillten Dr.F. aus Espana. Und in eine mentale Krise, die ihn letzten Endes die Integrität und die Karriere kosteten.

Wie gesagt, das Thema ist für mich in diesem Zusammenhang und in seiner Adressiertheit an mich völlig plausibel. Es stellen sich mir, als bekennender Radsportfanatikerin mit einem Hang zur Relativierung von sportlichen Erfolgen nur diverse Fragen, die ich aber in meiner Eile, meine Ex-Stammtanke möglichst zeitnah in Richtung eines wohlsortierten Süßwarendealers zu verlassen, um doch noch in den Genuss eines eislöffelnden Bücherabends vor heimischer Kulisse zu gelangen nicht laut ausspreche.

 

1.      Warum riskieren die Radsportler, von denen zwei Drittel mal gerade soviel verdienen wie ein mittlerer Sparkassenangestellter Ihre Gesundheit, um das Mörder-Niveau der Tour mitmachen zu können? Jeder, der die Strecken ZU ENDE fährt, ist schon ein Held. Die allgemein anerkannte Antwort ist: Du musst aufs Treppchen, sonst zickt der Sponsor. Blödsinn. Aufs Treppchen kämen die besten Fahrer auch dann, wenn das Durchschnittsniveau niedriger wäre. Sowohl was das Streckenprofil als auch die durchschnittliche Geschwindigkeit betrifft weil: Einer  muss ja nun mal als erster ins Ziel. Den Spopnsor interessiert nur, DASS du auf dem Treppchen stehst.Oder DASS Du die Bergwertung hast.

2.      Wer gibt dieses Niveau vor? Allgemein anerkannte Antwort hier: Das Publikum, weil es immer neue Rekorde will. Mumpitz, jeder, der sich dem Radsport so leidenschaftlich verschreibt, dass er drei Wochen lang im Campingwagen dem Peloton folgt oder sich drei Wochen lang nachmittags den teilweise hirntötenden Kommentatoren der Fernsehsender aussetzt weiß: Die Tortur an sich  zu bewundern reicht schon aus, da müssen keine weiteren Rekorde her. Diese Rekordgeilheit fußt lediglich auf den Profilneurosen von Tourveranstaltern mit zu kleinem Pipimann,die es nicht ertragen können, dass andere Männer einfach dafür bewundert werden, dass sie ins Ziel kommen. Die müssen unter Blut, Schweiß und Tränen ankommen und wie weiland die Galdiatoren im Circus Maximus am Ende aller menschlichen Kraft das Urteil erwarten. Nur erfolgt dies in den zivilisierten Gegenden Europas mittlerweile nicht mehr nach den Regeln des  „Daumen-rauf-oder-runter“ Spielchens. Nein, hier wird nur zum Sieger, wer sich köperlich bis an die Grenzen des biologisch Machbaren verausgabt hat und auch bereit ist, darüber hinaus zu gehen. Stell Dir vor es ist Tour, und keiner fährt mit.

 

Und hier erfolgt nun die Schleife zurück zu Frage 1.

Insofern bliebe dann nur  noch die Erkenntnis: Es gibt hier keine Opfer und keine Täter. Alle mischen mit.

 

Die Athleten sind bereit, für den Ruhm von der Dauer einer Siegerehrung alles, aber auch alles an geistiger und körperlicher Unversehrtheit aufzugeben.

 

Die Ärzte wollen einfach nur sehen, was geht und dabei Geld verdienen.

 

Die Veranstalter wollen Geld verdienen und dafür gelobt werden, dass sie in der Lage sind, sich subtile Foltermethoden in Form von fast nicht zu bewältigenden sportlichen Herausforderungen auszudenken, weil sie sonst keinen mehr hoch und bei der Bank keinen Kredit für ihr neues dickes Privatauto kriegen.

 

Die sportlichen Leiter wollen Geld verdienen und dafür gelobt werden, dass sie in der Lage sind, die Radsporttalente nicht nur zu erkennen sondern auch fähig sind, das Maximum aus den ihnen anvertrauten Sportlern raus zu holen- und wenn es nur ein Maximum an selbstzerstörerischer Dummheit ist.

 

Das Publikum will einfach nur: Brot und Spiele. Dumm nur, dass das Brot immer teuerer wird und nur die Profisportler genug Geld zur Verfügung gestellt bekommen, um wenigstens eine gedopte Abart zu bieten: Blut und Spiele.

 

Während ich also zustimmend und verständnisvoll nickend langsam den Rückzug antrete und auf dem Weg zu meiner neuen Stammtanke bin, die zum Glück nicht so viel weiter von meiner Heimstatt entfernt ist, dass ein Umzug vonnöten wäre um den „umme Ecke“-Status aufrecht zu erhalten streicht mir nur durch den Kopf:

 

Man könnte Doping entweder dulden und so richtig Arbeitsplätze damit schaffen

(Folgebehandlung der geschädigten Athleten, Marketingkonzepte für die Dopingmittel müssten her, Statistiker müssten die Dopingerfolge auswerten, Fachärzte für pharmazeutische Trainingspläne  müssten ausgebildet werden undsoweiterundsofort)- oder man könnte den Kampf aufnehmen. Gegen Korruption und Klüngel, gegen alte Seilschaften, gegen überzogenen sportlichen Ehrgeiz. Mit wirklich unabhängigen Kommissionen, lückenlosen Gesetzen und geschulten Ermittlern, die nicht Tatvereitelung qua vorsätzlich begangenem Formfehler praktizieren können, weil sie dann selber wegen einer grob fahrlässigen Handlung strafbar wären. Und mit Sportlern, DIE EINFACH NICHT MITMACHEN.

 

Aber hier gilt wie überall meine Aussage des Tages: Nolle in causa est, non posse praetenditur

 

In diesem Sinne!

 

Eure glitzerdrachen

Was Frau so braucht

20. Juli 2009

September 25, 2008

Mal ehrlich:  Nicht jede hat ihn, aber jede will ihn- den Lieblingsadmin. Das ist der Typ, der sich mit allen PC-Wehweh-chen auskennt, sie analysiert, erkennt und neukalibriert.

 

Der Gott der kleinen Dinge im wahrsten Sinne des Wortes. Der Bits und Bytes. Frau Lästerdrachen frotzelt auch gerne: Der Gott der der Nullen…und Einsen. Er kommt, sitzt zwei Minuten vor der Kiste, grunzt männlich-dominant-einsilbig nach nem Kaffee und innerhalb einer Viertelstunde ist die CPU-Auslastung wieder da, wo wir sie haben wollen, funzt das I-net und und die DSL-Telefonie als sei nie was gewesen.

 

Und das Beste an der Sache: Entweder, er macht dann noch hervorragenden Dankeschön-Sex von dem beide was haben trollt sich dann wieder in SEINE Wohnhöhle vor SEINE Kiste und lässt uns glückselig neue Spitzzüngigkeiten von europäischer Tragweite in unsere Web-Blogs tipseln, den Singel-Chat für intellektuell und sexuell aktive Thirty-somewhats genießen oder einfach nur die Bilder von der letzten Weibertour nach Ibiza pC-technisch verromantisieren.

Oder er macht keinen Sex, repariert aber- wo er schon mal da ist- auch gleich den kaputten Radiowecker, der gestern Morgen leider Opfer eines Weitwurfversuches der morgenmuffeligen Art wurde. UND TROLLT SICH DANACH.

 

Der 24/7- Admin, dem es nie zu spät, zu kalt zu weit oder schlicht zu lästig ist, irgendwelche Trojaner, Würmer oder sonstiges Ungeziefer von der Festplatte zu klauben. Dessen Belohnungsspektrum zwischen Kaffeetasse und Nasszellensex  dümpelt. Von dem wir nicht verlangen uns zu verstehen, sondern nur unseren PC. Der deshalb glücklich und bescheiden bleibt, pflegeleicht geht und immer wieder gerne kommt ( in more than one way). Den wir aufgrund seiner Nichtexistenz als Alltags-Couchanwärmer idealisieren, dem wir quasi magische Fähigkeiten andichten können. Er kommt ja nie in die Verlegenheit, diese von uns hinzu gedichteten, uns beflügelnden Fantasien ob seiner Alltagstauglichkeit unter Beweis stellen zu müssen.

 

Und das ist auch gut so. Kritisch wird die Situation, wenn die ersten Witze in Richtung „ ich kann ja auch über Nacht bleiben, wer weiß, wann Du Dir den nächsten Virus fängst“ fallen.

HARHAR.

 Hier ist Vorsicht angesagt, denn hier beginnt die perfide Wandlung des allzeit bereiten Superadmins zum Beschneider aller UserINNEN-Glückseligkeit. Plötzlich will er nicht nur ne Tasse Kaffee sondern drei Mahlzeiten am Tag und abends ein Bierchen, saubere Socken und gebügelte Hemden. Schwuppdiwupp sind seine Arbeitstage sooooo anstrengend, dass er abends wirklich nicht mehr den Nerv hat „ Hier auch noch vor der Kiste zu Hängen“ …Hallooooo?

 

Dass der Fernseher ebenfalls Kistenformat hat, ist ihm scheinbar bis dato entgangen oder wie?

 

Und wenn man dann abends nett was chatten, surfen oder einfach nur mit bester Freundin stundenlang quatschen will schleicht er entweder nach dem Motto „bespaß mich“ um einen herum, so dass selbst der kaltschnäutzigsten UserIn die Nerven fehlen (wer wird schon gerne vom eigenen Mitbewohner wie von einem Rudel Hungriger Riffhaie umrundet?), sich gemütlich im I-Net zu entspannen, oder er quakt ständig dazwischen:

 

 „ Oh Schatzi guck mal, das ist doch ein Beitrag für Dich“

 

…nee iss klar. Ich war schon immer brennend an den Trainerproblemen von Werder Bremen interessiert. Dem Schatzi-Appell folgt dann meist ein „ Und wennde kommst, bringma Bier mit“.

 

Mädels, lasst es Euch gesagt sein: Wenn ihr eine erfüllte Beziehung  zu Eurem persönlichen Rundum-Sorglos-Admin UND Eure Freiheit als UserInnen behalten wollt: Lasst die Jungs nie zum Frühstück bleiben.

 

In diesem Sinne: Beatus ille, qui procul negotiis.

 

Eure Glitzerdrachin